Virtuelles Hausverbot? Ein Gericht meint „nein“

Ist ein Kunde unliebsam, muss der Händler damit leben. Ein virtuelles Hausverbot sei nicht möglich, erklärte ein Gericht. Damit ist zwar nicht möglich die schwarzen Schafe unter den Kunden auszusperren, aber Sie sind nicht gezwungen, bestellte Produkte auszuliefern. Allerdings gibt es auch hier einiges zu beachten, wenn die Rechnung bereits beglichen wurde, weil PayPal oder ein anderer „Sofort-Bezahlsdienst“ angeboten und genutzt wurde, dann sind Sie in der Pflicht die Ware zu liefern.

Warum dieses Urteil kürzlich so gesprochen wurde, es aber noch nicht rechtskräftig ist, hat damit zu tun, dass ein Kunde bei einem Online-Shop Bilder kaufte, die über keine gewerbliche Nutzungslizenz verfügten. Das störte den Käufer aber nicht weiter. Der Händler sprach ein Hausverbot aus, weil der Kunde unerschrocken weiter bestellte. Der Händler zog dann vor Gericht. Das Ergebnis ist eindeutig „in einem Onlineshop gibt es kein Hausrecht“, und somit kann auch kein Hausverbot ausgesprochen werden.

Bei einigen Shops ist es möglich, spezielle Kunden so zu kategorisieren, dass nur eine Zahlmöglichkeit zur Verfügung steht. Thomas Wos rät, schauen Sie sich genau an, welche Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen.

Vielleicht können Sie bei einigen Kunden nur die Einzugsermächtigung bereitstellen. Wenn der Kunde sonst keine andere Möglichkeit zu bezahlen hat, müssen Sie nicht liefern.